Direkte Kurzantwort
Wird trotz Kündigung weiter per SEPA-Lastschrift abgebucht, können Sie eine autorisierte Lastschrift innerhalb von acht Wochen ab dem Belastungsdatum bei Ihrer eigenen Bank zurückbuchen lassen — ohne Angabe von Gründen (§ 675x Abs. 2, 4 BGB). Zusätzlich sollten Sie das Lastschriftmandat direkt bei Ihrer Bank widerrufen, damit keine weiteren Abbuchungen erfolgen, und den Anbieter parallel schriftlich auf die Kündigung hinweisen.
Schritt 1: Bereits abgebuchtes Geld zurückholen
Für SEPA-Basis- und Firmenlastschriften gilt: Sie können eine Abbuchung innerhalb von acht Wochen ab dem Belastungsdatum bei Ihrer Bank zurückbuchen lassen — ohne Angabe von Gründen (§ 675x Abs. 2 BGB). Der Anspruch ist ausgeschlossen, wenn Sie ihn nicht innerhalb dieser Frist geltend machen (§ 675x Abs. 4 BGB). Ihre Bank muss innerhalb von zehn Geschäftstagen entweder den vollen Betrag erstatten oder die Ablehnung begründen.
Praktisch reicht dafür meist ein Anruf oder eine Nachricht über das Online-Banking Ihrer Bank („Lastschrift zurückbuchen" bzw. „Erstattung SEPA-Lastschrift").
Wichtig bei nicht autorisierten Abbuchungen: Wurde ohne gültiges Mandat abgebucht (z. B. weil Sie nie zugestimmt haben oder das Mandat bereits widerrufen war), gilt eine deutlich längere Frist von bis zu 13 Monaten, um dies Ihrer Bank zu melden (§ 676b BGB).
Schritt 2: Weitere Abbuchungen stoppen
Eine einzelne Rückbuchung verhindert nicht automatisch künftige Abbuchungen. Um das zugrunde liegende SEPA-Lastschriftmandat vollständig zu beenden:
- Kontaktieren Sie Ihre eigene Bank und lassen Sie das Mandat für den betreffenden Zahlungsempfänger sperren bzw. widerrufen.
- Prüfen Sie im Online-Banking, ob eine Funktion zum Verwalten/Sperren einzelner Lastschriftmandate vorhanden ist.
Schritt 3: Den Anbieter parallel informieren
Eine Rückbuchung bei der Bank klärt nicht automatisch die vertragliche Seite. Informieren Sie den Anbieter schriftlich über die erfolgte Rückbuchung und verweisen Sie erneut auf Ihre Kündigung mit Datum und Nachweis, falls vorhanden (siehe Kündigung nachweisen). Das beugt Missverständnissen vor, aus denen sonst eine Rechnung oder ein Inkassoschreiben entstehen könnte: Rechnung trotz Kündigung, Inkasso trotz Kündigung.
Ist eine Rückbuchung ohne Risiko?
Eine berechtigte Rückbuchung bei tatsächlich wirksamer Kündigung ist unproblematisch. Bestreitet der Anbieter jedoch die Wirksamkeit oder den Zeitpunkt Ihrer Kündigung, kann es trotz Rückbuchung zu einer weiteren Zahlungsaufforderung kommen — dann kommt es auf denselben Nachweis an wie bei jeder anderen Kündigungsauseinandersetzung.
Was AboStopp für Sie übernimmt
AboStopp erstellt und versendet Ihre Kündigung an den gewählten Anbieter. Die Rückbuchung einer Lastschrift bei Ihrer Bank, das Widerrufen eines Lastschriftmandats sowie eine etwaige Auseinandersetzung mit dem Anbieter über bereits abgebuchte Beträge übernimmt AboStopp nicht — das sind Vorgänge zwischen Ihnen, Ihrer Bank und dem Anbieter.
FAQ
Wie lange kann ich eine Lastschrift zurückbuchen lassen? Acht Wochen ab dem Belastungsdatum, ohne Angabe von Gründen, bei einer autorisierten SEPA-Lastschrift.
Muss ich meiner Bank einen Grund nennen? Nein, die Rückbuchung ist innerhalb der Achtwochenfrist ohne Begründung möglich.
Stoppt eine Rückbuchung automatisch künftige Abbuchungen? Nein, dafür sollten Sie zusätzlich das Lastschriftmandat bei Ihrer Bank widerrufen lassen.
Was, wenn die Abbuchung ganz ohne mein Einverständnis erfolgte? Dann handelt es sich um eine nicht autorisierte Zahlung; hierfür gilt eine Meldefrist von bis zu 13 Monaten (§ 676b BGB).